Basistherapie - Der Start ins neue Hören

Vier bis sechs Wochen nach der Operation kommen Sie zur Erstanpassung des Sprachprozessors und Basistherapie in das CIR. Hier werden wir Sie bei den ersten Schritten auf dem Weg zum Hören begleiten.

Mit der erfolgreichen Versorgung mit dem Cochlea Implantat ist eine wesentliche Voraussetzung für das zukünftige Hören gegeben. Im Rahmen der sogenannten Erstanpassungswoche mit Basistherapie bekommen Sie nun den Sprachprozessor inclusive Zubehör ausgehändigt und es erfolgen täglich Anpassungen. Parallel dazu finden Hörübungen statt. Diese unterstützen den Beginn der Hörentwicklung und/oder helfen dabei, sich an das neue Hören zu gewöhnen.

1. Das Anpassen des Sprachprozessors

Die Anpassung des Sprachprozessors bedeutet das Anpassen des CI-Sytems an die Bedürfnisse und Voraussetzungen des Hörers. Dies geschieht PC-gestützt und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen dem CI-Nutzer und Anpasser.
Während der Anpasssitzungen erarbeiten wir gemeinsam eine erste Einstellung des Sprachprozessors. Dazu wird die nowendige Ladung für jede einzelne Elektrode bestimmt und den benachbarten Elektroden angeglichen. Dies geschieht mit Hilfe Ihrer Angaben zur Lautheitswahrnehmung. Im Rahmen von weiteren Anpasssitzungen können neben der Lautstärke noch weitere Parameter des Implantates beeinflusst werden. Ziel ist es dabei, die Wahrnehmung von Sprache zu optimieren und Hintergrundgeräusche zu reduzieren. Gerade am Anfang werden sich im Zuge der Hörentwicklung häufiger Veränderungen ergeben, denen die Anpassung gerecht werden muss. Dabei fällt es erfahrenen Hörern (z. B. Erwachsene, die vor ihrer Ertaubung noch gut gehört haben) oft leichter, eine Einschätzung über die momentan empfundene Lautstärke einer Elektrode zu geben. Bei Kindern oder CI-Trägern mit wenig oder lange zurückliegender Hörerfahrung führt das Zusammentragen der Beobachtungen aus Therapie, Audiometrie und Anpassung zum Ziel.

2. Einweisung in die Bedienung

Neben den ersten Schritten beim neuen Hören stehen in der Erstanpassungswoche auch der Umgang mit dem Sprachprozessor und das Kennenlernen des Zubehörs im Vordergrund.
Wenn Sie den Sprachprozessor und das Zubehör das erste Mal in den Händen halten werden sich viele Fragen zur Nutzung ergeben. Wie werden die Batterien gewechselt, wie die Fernbedienung benutzt, wie Ersatzteile beschafft?
Bei kleinen Kindern werden in den ersten Lebensjahren noch die Eltern die Bedienung übernehmen. Aber schon bald wollen die Kinder ihr CI selbst einschalten und die Batterien wechseln.
Wir nehmen uns viel Zeit, um sie mit den wichtigsten Funktionen vertraut zu machen. Des weiteren sollen Sie auch in die Lage versetzt werden, bei kleinen technischen Problemen selbst auf Suche zu gehen. Da ein CI-Träger in der Regel einen sehr weiten Weg bis zum nächsten Zentrum hat, erspart dies manchmal unnötige Wege.

3. Ermittlung des Entwicklungsstandes

Unsere Rehabilitation orientiert sich am Alter und Entwicklungsstand.
Unter Einbeziehung der Eltern überprüfen wir die verschiedenen Funktionsbereiche und erstellen ein aktuelles Entwicklungsprofil.
Bei Erwachsenen erheben wir einen aktuellen Hör- und Sprachstatus.
Um den individuellen Bedüfnissen der CI-Träger gerecht werden zu können benötigen wir zunächst einen Ausgangspunkt. Dieser orientiert sich bei Kindern stark am aktuellen Entwicklungsstand. Daher verschaffen wir uns einen Überblick über die allgemeine und sprachliche Entwicklung. Hilfreich und gern gesehen sind dabei die Berichte der betreuenden Therapeuten oder Pädagogen am Heimatort. Bei Erwachsenen legen wir großen Wert darauf, etwas über ihre Erwartungen an die CI-Versorgung und Rehabilitation zu erfahren. Außerdem erheben wir einen aktuellen Hör- und evtl. Sprachstatus.

4. Die Hör- und Sprachtherapie

Die Hör-Sprachtherapie hat für Kinder und Erwachsene unterschiedliche Schwerpunkte. Bei Erwachsenen können wir in den meisten Fällen auf frühere Hörerfahrungen zurückgreifen. Bei Kindern besteht die Aufgabe darin, das Hören als Vorraussetzung für den Spracherwerb zu entwickeln.

Im Rahmen der Basistherapie wird die Grundlage für die weitere Hörentwicklung gelegt.
Vor dem Beginn der Sprachentwicklung ist es für Kinder, insbesondere für solche, die vor dem Spracherwerb ertaubt sind, notwendig, sie zunächst an das Hören heranzuführen und ihre Hörfertigkeiten zu entwickeln.
Dies erreichen wir mit alters- und entwicklungsgerechten Übungen zum Wahrnehmen, Unterscheiden und Zuordnen von Geräuschen, Klängen und Sprache.
Die dann einsetzende Sprachentwicklung wird im Rahmen der Folgetherapie mit spielerischen Übungen unterstützt.
Sie als Eltern begleiten ihre Kinder während der gesamten Therapien. So haben Sie immer Einblick in die Entwicklung ihres Kindes und erhalten Anregungen für Hör-und Sprachangebote im Alltag.

Auch Erwachsene CI-Träger bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Dauer und Zeitpunkt der Ertaubung, die Effektivität der bisherigen Versorgung mit Hörgeräten und vieles mehr variieren den Zeitraum, bis zu dem sie das neue Hören als Gewinn empfinden. Dabei hilft Ihnen das Hörtraining. Hier haben Sie die Möglichkeit, Hörerfahrungen zu sammeln und mit Hilfe strukturierter Übungen ihre Erinnerungen an das frühere Hören mit den neuen Eindrücken in Einklang zu bringen. Bei längerer Ertaubungsdauer unterstützen die Hörübungen die (Re)Aktivierung ihres Hörsystems.

 

 

Ansprechpartnerin

Astrid Braun
Leiterin

CIR Sachsen-Anhalt
Am Cecilienstift 1
38820 Halberstadt

Tel. 03941 - 68 14 62
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