Anpassung/ Technik

Wenn Sie oder Ihr Kind das erste Mal zu uns kommen, bekommen Sie den Sprachprozessor nebst Zubehör ausgehändigt. Erst jetzt ist das Hören mit Ihrem Implantat möglich.
Während der Anpasssitzungen erarbeiten wir mit Ihnen gemeinsam eine erste Einstellung des Sprachprozessors. Diese wird im Verlaufe der Erstanpassungswoche und in der kommenden Zeit weiterentwickelt. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Anpassern und Therapeuten. Um die Einstellung zu optimieren und Ihre Hörentwicklung zu dokumentieren verwenden wir außerdem eine Reihe von Testverfahren.

 

PROZESSORFITTING - DAS ANPASSEN DES SPRACHPROZESSORS

Die Anpassung des Sprachprozessors bedeutet das Anpassen des CI-Sytems an die Bedürfnisse und Voraussetzungen des Hörers. Dies geschieht PC-gestützt und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen dem CI-Nutzer und Anpasser.
Während der Anpasssitzungen erarbeiten wir gemeinsam eine erste Einstellung des Sprachprozessors. Dazu wird die nowendige Ladung für jede einzelne Elektrode bestimmt und den benachbarten Elektroden angeglichen. Dies geschieht mit Hilfe Ihrer Angaben zur Lautheitswahrnehmung. Im Rahmen von weiteren Anpasssitzungen können neben der Lautstärke noch weitere Parameter des Implantates beeinflusst werden. Ziel ist es dabei, die Wahrnehmung von Sprache zu optimieren und Hintergrundgeräusche zu reduzieren. Gerade am Anfang werden sich im Zuge der Hörentwicklung häufiger Veränderungen ergeben, denen die Anpassung gerecht werden muss. Dabei fällt es erfahrenen Hörern (z.B. Erwachsene, die vor ihrer Ertaubung noch gut gehört haben) oft leichter, eine Einschätzung über die momentan empfundene Lautstärke einer Elektrode zu geben. Bei Kindern oder CI-Trägern mit wenig oder lange zurückliegender Hörerfahrung führt das Zusammentragen der Beobachtungen aus Therapie, Audiometrie und Anpassung zum Ziel.


SUBJEKTIVE TESTS - VERLAUFSKONTROLLE

Um überprüfen zu können, wie sich das Hören mit dem CI entwickelt, setzen wir verschiedene Hörtests ein, die im Freifeld von einem Lautsprecher dargeboten werden. Die Wahl der Tests erfolgt nach dem Alter, der Dauer des Umgangs mit dem CI und der erworbenen Hörkompetenz. Auch die Rückmeldungen der Therapeuten geben wichtige Hinweise über den Stand der Dinge.
Bei kleinen Kindern kommt es darauf an festzustellen, welche Töne sicher gehört werden und ob es bei unterschiedlichen Tönen mitunter zu laut ist. Bei Erwachsenen und größeren Kindern wird neben der Tonaudiometrie auch das Verstehen von Sprache getestet. Es kommen Untersuchungen mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad zum Einsatz: Zahlen, Wörter und Satztests, die mit und ohne Rauschen angeboten werden. Diese Verfahren dienen zum einen als Dokumentation der Hörfortschritte und zum anderen zur Kontrolle von schwer einzuschätzenden Anpassparametern, um das Hören weiter zu verbessern. Parallel zur Audiometrie wird regelmäßig von den Therapeuten überprüft, in welchem Maße die CI-Träger Geräusche, Wörter und Sätze unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade unterscheiden und zuordnen können. So soll sichergestellt werden, dass Hörfortschritte gefestigt und dauerhaft erhalten bzw. verbessert werden.

 

OBJEKTIVE TESTS

Bei modernen Implantaten ist ein Nachweis von Summenaktionspotentialen des Hörnerven ohne aktive Mitarbeit möglich.
Moderne Implantate bieten die Möglichkeit, Messungen am Hörnerven des Patienten durchzuführen, ohne dessen aktive Mitarbeit. Dies kann insbesondere bei Kindern eine Hilfe zur Anpassung der Soundprozessoren sein. Hierbei wird durch einen Messstimulus ein Summenaktionspotential gemessen. Diese Messung ist für den Patienten in der Regel problemlos durchführbar. Kleine Kinder können während der Messung sogar schlafen. Die Messergebnisse können zur Unterstützung der individuellen Einstellung der elektrischen Ladung an den Elektroden herangezogen werden.

Ansprechpartnerin

Astrid Braun
Leiterin

CIR Sachsen-Anhalt
Am Cecilienstift 1
38820 Halberstadt

Tel. 03941 - 68 14 62
cir-info@cecilienstift.de