Neue Horträume eingeweiht

Vor etwas mehr als sechs Jahren, genauer gesagt am 15. Juli 2012 starteten ein vierköpfiges Cecilienstift-Team und 13 Schülerinnen und Schüler der Förderschule "Reinhard Lakomy" ein neues Projekt: In zwei Klassenräumen der Schule gab es nach der regulären Unterrichtszeit erstmals einen Hort, in dem den Kindern unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen, Bedürfnislagen und Handicaps heilpädagogische Leistungen und Methoden angeboten werden konnten.

Das Drängen der Eltern, die Zusammenarbeit aller verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verwaltungen, der Lakomy-Förderschule und des Cecilienstifts haben zu diesem Erfolg geführt und die Entstehung "Hortes für Kinder mit besonderen Betreuungsbedarf an der Förderschule Reinhard Lakomy" möglich gemacht.

Inzwischen werden 35 Schülerinnen und Schüler von elf Mitarbeitenden betreut. Zwei weitere Räume mussten angemietet werden, da die Behinderungen einzelner Kinder und Jugendlicher teilweise so schwerwiegend sind, dass eine Betreuung nur in Gruppenstärken von maximal acht realisiert werden kann.

"Die Räume gehörten jedoch der Schule, weshalb wir dort nichts verändern durften", erzählt Kita-Bereichsleiterin Sabine Brennecke. "Es gab kaum Möglichkeiten, eigenes Material, Geschirr oder Akten zu lagern. Ganz zu schweigen von der Unmöglichkeit, selbst Kleinigkeiten an der Raumgestaltung beizutragen oder gar Arbeiten der Kinder liegen zu lassen."

Viel schwerwiegender sei allerdings gewesen, dass die Kinder am Nachmittag die gleiche räumliche Situation wie am Vormittag vorfanden. "Wir verstehen Hortzeit als Freizeit", sagt Hortleiterin Katharina Nolte. "Aber eine gute Atmosphäre ließ sich unter diesen Bedingungen nicht gerade leicht schaffen." Und so war das Cecilienstift lange Zeit auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten, in denen die Hortkinder und das Team heimisch werden können - bis sie im Frühjahr 2017 schließlich fündig wurden.

"Der ehemalige 'Makarenko'-Kindergarten, der sich auf dem Nachbargrundstück der Schule befindet, hat quasi auf uns gewartet", sind sich die Zuständigen einig. "Es ist ausreichend Platz für den gesamten Hort, der Weg von der Schule ist fußläufig erreichbar und selbst Rollstühle lassen sich problemlos von A nach B schieben."

Allerdings hat der lange Leerstand dem Gebäude schwer zugesetzt und so waren erhebliche bauliche Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich. Im Frühjahr 2018 begannen die Bauarbeiten; unter anderem wurde das Flachdach und die Dämmung erneuert, neue Bodenbeläge, Fenster und Innentüren eingesetzt sowie Maler-, Fliesen- und Sanitärarbeiten durchgeführt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 330.000 Euro. Das Projekt wurde durch die IKEA Stiftung mit 40.000 Euro gefördert.

Seit dem 1. August werden die neuen Räumlichkeiten in der Juri-Gagarin-Straße 19 mit Leben und Kinderlachen gefüllt. Als kürzlich die Einweihungsfeier mit allen Eltern, Vertreterinnen und Vertretern der Stadt und weiteren Partnern stattfand, waren alle Kisten schon ausgepackt. Besonderes Highlight des Eröffnungsnachmittags: die Namensfindung. Im Voraus wurden Vorschläge gesammelt, aus denen vom Hort-Team die besten drei ausgewählt wurden. Alle Anwesenden konnten dann bei der Eröffnungsfeier abstimmen und gewonnen hat: "Räuberhöhle".

Das Cecilienstift gratuliert allen, die an der langen Vorbereitung und Umsetzung beteiligt waren und bedankt sich bei allen, die Herzblut und viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt haben sowie bei allen Förderern, insbesondere an die IKEA Stiftung.

17.08.2018